Wie alles begann...

Bis April 1992 haben wir von PKU noch nie etwas gehört. 

Als Konditormeister war ich nach mehreren Station in Wiesbaden, Braunschweig, Ludwigshafen und München wieder in meine Heimatstadt Amberg zurückgekehrt, um 1985 das Konditorei-Café Huber zu eröffnen. 

Dann kam Felix Löser am 4.4.1992 zur Welt. Er war das dritte Kind unserer Freunde und meine Frau Brunhilde sollte Patin werden. 

Der erste Schock über die Krankheit von Felix legte sich bei den Eltern schnell und verwandelte sich in Aktion. Wie ernähre ich mein Kind, wo bekomme ich diese Nahrungsmittel her, wer kann helfen? Die DIG-PKU war der erste Kontakt zu anderen Betroffenen. Und hier wurden Rezepte und Erfahrungen ausgetauscht. 

Nachdem ich als Konditor selbstverständlich auch meine eigene Schokolade herstellte, überraschte ich den kleinen Felix zu Ostern mit einem eiweißarmen Schokoladenhasen, dessen Rezeptur ich mir ausgedacht hatte. Schnell war die Schokolade auch in Tafeln gegossen und während eines PKU-Treffens verteilt – die Begeisterung war groß. Und so wanderte die erste „braune“ eiweißarme Schokolade über die Lösers auch an andere Betroffene. Endlich etwas, was nicht nur aussieht wie Schokolade, sondern auch so schmeckt. 

Und auch unser Interesse und unsere Neugierde waren geweckt, weitere Rezepte umzusetzen, Brot/Brötchen-, Plätzchenrezepte usw. wurden entwickelt. 

Und für uns stand die Verlängerung der Pacht unseres Cafés an. Die Alternativen waren klar: 

10 Jahre verlängern mit fast rundum Arbeitszeit, wenig Zeit für unsere eigenen Kinder (die Einschulung stand kurz bevor) oder ein Neustart mit einer neuen Backstube für eiweißarme Produkte mit ungewissem Ausgang zu beginnen. 

Nach reiflicher Überlegung starteten wir 1994 unseren PKU-Versand-Huber zunächst parallel zum Café-Betrieb. 

Angefangen über den Ausbau einer Backstube, eines Verpackungsraumes und Lagerräumen war es eine spannende Zeit mit viel Probieren, Rezepturen mischen, Analysen anfertigen lassen, Gestalten von Verpackungen, die ersten Besuche der Treffen der DIG-PKU. 

Wir starteten also zunächst ausschließlich mit unseren handwerklich selbst produzierten Waren – Brot/Brötchen, Plätzchen und Schokolade. Doch bald war klar, wir wollten Ansprechpartner sein, auch für Produkte der bereits etablierten Firmen, um den Betroffenen alles aus einer Hand bieten zu können. Das spart Zeit und Geld. Somit sind wir heute nicht nur Produzenten eiweißarmer Nahrungsmittel, sondern auch Händler. Unser Internetauftritt 1996 war sogar richtungsweisend, da selbst die Großen der Branche nichts Vergleichbares zu bieten hatten! Heute natürlich selbstverständlich. 

Wir beliefern inzwischen Betroffene in vielen Ländern Europas. Unser entferntester Kunde ist eine Familie in Novosibirsk. 

Und jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich auch, was ist denn aus Felix geworden? 

Er ist inzwischen 20 Jahre, hat Abitur gemacht und studiert in Regensburg "Biomedical Engineering". Und PKU ist nicht die Hauptsache in seinem Leben. Er hat sogar ein besonderes PKU-Stipendium von der amerikanischen PKU-Interessengemeinschaft für ausgezeichnete schulische Leistungen erhalten. Das nur als Hinweis für alle jungen Eltern, die wie die Lösers zunächst geschockt über die Krankheit sind.

 

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